Stille_inbetween_II

Schrumpfte die Welt oder dehnte sie sich aus?

Don de Lillo in ‚Stille‘

KULTURWERFT GOLLAN LÜBECK

Die zweite Performance zum Projekt ‚Stille_inbetween_‘ wurde im November 2021 im Kettenlager der Kulturwerft Gollan in Lübeck aufgezeichnet und resultiert, wie auch schon das Projekt ‚Stille_inbetween_I‘, aus den Erfahrungen des Coronalockdowns. Die Hamburger Tänzerinnen Nora Elberfeld und Angela Kecinski performen gemeinsam (Video und Schnitt: Friederike Höppner). Das Projekt wurde durch die Stiftung Kunstfonds und DisTanzen/Dachverband Tanz Deutschland unterstützt.

Im Rahmen des Festivals ‚Phototriennale Hamburg‘ wird ‚Stille_inbetween_’ 2022 im Galeriehaus Hamburg mit Live-Performances präsentiert.

Stille_inbetween_II, Performance Nora Elberfeld und Angela Kecinski in der Kulturwerft Gollan Lübeck

Der Körper hat seinen eigenen Sinn.

Don de Lillo in ‚Stille‘

Die Welt ist alles, das Individuum nichts.

Don de Lillo in ‚Stille‘

void

Ein Körper ist immateriell. Eine Zeichnung, ein Umriss, eine Idee.

Jean-Luc Nancy

Der Körper bewahrt sich als Geheimnis. Deshalb stirbt der Körper und nimmt sich als Geheimnis mit ins Grab. Kaum bleiben uns ein paar Indizien seines Vorübergehens.

Jean-Luc Nancy

void, 2017, c-prints,  je 80×120 bzw. 110x165cm
Tänzerin: Fernand Ortiz

Como Coma

Beim Sehen also beleuchte der Mensch die Welt, setze die Welt in entsprechendes Licht. Wir sehen nur, was wir aus unserem Inneren heraus an-leuchten. Und erst wenn wir sie sehen, wird die Welt zur Welt.

Monika Zeiner ‚Die Ordnung der Sterne über Como‘

NEUES KUNSTHAUS AHRENSHOOP 2015

Grundkomponenten der neuen Serie COMO COMA sind sowohl thematische Anlehnungen an den Roman‚ Die Ordnung der Sterne über Como‘ von Monika Zeiner als auch die grundlegende Suche der um 1970 Geborenen nach Idealen und Halt in dieser Gesellschaftsstruktur.
Die Serie wurde im neuen Kunsthaus Ahrenshoop im Rahmen der Langen Nacht der Kunst 2015 zusammen mit der gleichnamigen Performance (Lina Lindheimer) gezeigt. Beide Künstlerinnen erhielten zeitgleich ein Stipendium des Landes Mecklenburg Vorpommern im Künstlerhaus Lukas.

Como Coma 2015, 6 c-prints, je 60x90cm

Performance von Lina Lindheimer im Neuen Kunsthaus Ahrenshoop

Die unerhörte Mitte

Wir sind die Treibenden. Aber den Schritt der Zeit, nehmt ihn als Kleinigkeit im immer Bleibenden.

Rainer Maria Rilke

ATELIERHAUS DER SPARKASSEN-KULTURSTIFTUNG STORMAN IN TRITTAU 2012
K3/TANZPLAN HAMBURG AUF KAMPNAGEL 2012

Die inszenierte Fotoserie ,Die unerhörte Mitte‘ entstand 2012 in Anlehnung an Rainer Maria Rilkes ,Sonette an Orpheus‘ und besteht aus 7 großen Einzelfotografien. Die gleichnamige Performance wurde von der Tänzerin Lina Lindheimer 2012 uraufgeführt. Das Video dazu entstand in Zusammenarbeit mit dem Filmemacher Thomas Gericke.

Es ist die eindringliche Präsenz von Körpern und Orten, die intensive Begegnung von Fleisch und Stein, die die jüngeren Arbeiten von Chris Kremberg ausmacht. In je eigenem Kostüm, das zugleich Schutz, Verfremdung, Kommentar ist, schreibt sich der Körper in markante Räume ein. (…) In den neuen Bildern kommt ein Drittes ins Spiel: die äußere Natur, in die sich nun beide, Mensch und Architektur, einordnen.
Im Ausschnitt des Innenraums, einem hellen, zurückhaltenden Ort, erscheint sie durch die hohe, breite Glasfront im Hintergrund zunächst wie von ferne. Tatsächlich aber läuft alles auf sie zu und mit ihr wird eine weitere Dimension sichtbar: die Zeit. (…)
Im Körper ist Bewegung, doch sie ist klein, halb ausgeführt. Posen und Expressionen deuten sich an, die eher von Vergehen als von Entstehen zeugen. Der Vergänglichkeit der Natur korrespondiert die Endlichkeit des Menschenlebens.
Edith Boxberger 2012

Die unerhörte Mitte, 2012, c-prints, je 90x130cm

Performance von Lina Lindheimer zur Vernissage der Ausstellung, Atelierhaus der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn in Trittau, 2012
Ausstellungsansicht, Atelierhaus der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn / K3 – Tanzplan Hamburg auf Kampnagel

Atem

Atem ist die Grundbewegung jeden Lebens.

Ilse Middendorf

TRIENNALE DER PHOTOGRAPHIE HAMBURG / WASSERMÜHLE TRITTAU 
K3 – KAMPNAGEL HAMBURG / TANZKONGRESS DEUTSCHLAND

Chris Krembergs Ausstellungsprojekt ATEM entstand in Zusammenarbeit mit drei Residenzchoreographinnen des Zentrums für Choreographie K3 – Tanzplan Hamburg auf Kampnagel und wurde in den Kampnagel Hallen realisiert. Zur Ausstellung erschien ein Katalog mit einem Vorwort von Dr. Matthias Harder, Kurator der Helmut Newton Stiftung am Museum für Fotografie, Berlin. Die Ausstellung wurde unterstützt von der Hamburgischen Kulturstiftung und der Kulturstiftung Stormarn der Sparkasse Holstein.

Jenseits von Mode und Tanz inszeniert Kremberg mehrere, jeweils isolierte Tänzerinnen in einer Art Kammerspiel; sie scheinen im Boden oder der Wand verschwinden zu wollen resp von diesen angezogen oder aufgesaugt zu werden. Die Protagonistinnen dieses rätselhaften Bühnenexperiments, stets separiert, nie gruppiert, scheinen das normale soziale Miteinander zugunsten einer radikalen Individualisierung aufgegeben zu haben. Chris Krembergs neue Photoserie der atmenden Frauen in den zugenähten Kostümen verstört und fasziniert zugleich: Die Tänzerinnen sind kaum zu fassen und zu bestimmen. Ihr Atem ist ruhig und konzentriert – und uns scheint er zu stocken in der Betrachtung dieser inhaltlich komplexen und formal reduzierten photographischen Versuchsanordnungen. Dr. Matthias Harder

Atem, Fotografien auf Aludibond, unter Acryl, 165x110cm, 150x100cm, 120x80cm

Performance von Lina Lindheimer zur Vernissage der Ausstellung Atem im Dortmunder Kunstverein

Ausstellungen Dortmunder Kunstverein, Kunsthalle Erfurt, K3 – Tanzplan Hamburg auf Kampnagel

Nackt.Pur

DORTMUNDER KUNSTVEREIN 2010
KUNSTHALLE ERFURT 2010
FRISE HAMBURG 2010

Die fotografischen Serien Nackt.Pur und Körper.Nicht Ort.entstanden 2010 nachts im Außenraum verschiedener Großstädte und untersuchen das prekäre Verhältnis vom Einzelkörper zum architektonischen Umraum. Der Dortmunder Kunstverein, die Kunsthalle Erfurt und die Frise Hamburg präsentierten das Projekt in Verbindung mit einer Videoinstallation und einer Performance.

Für das neue Projekt ‚Nackt/ Pur‘ entwirft Chris Kremberg mit den Darstellern bzw. Tänzern Haltungen, die das Verhältnis des Einzelnen zum urbanen Außenraum von Großstädten thematisieren. Diese aus ihrer Sicht unwirtlichen, transitorischen Räume, tagsüber stark frequentiert, nachts leer, werden von den Darstellern markiert, besetzt, belebt – symbolisch angeeignet.
Gehemmt wird die individuelle Bewegungsfreiheit der Agierenden jedoch durch enge Verhüllungen. Die formalen Spannungen zwischen Körper und Raum/ Architektur, organischer und unbelebter Dinglichkeit, Bewegung und Hemmung des Bewegungsdrangs bilden die Grundlage einer fotografischen Deutung, die das Verhältnis des Individuums zur gebauten Umwelt der großen modernen Städte als ein prekäres beschreibt.
Prof. Dr. Kai Uwe Schierz, Direktor der Kunsthalle Erfurt

Zur Ausstellung erschien ein Katalog im Kerber Verlag, Herausgeber Prof. Dr. Kai Uwe Schierz (Kunsthalle Erfurt) und Verena Titze (Dortmunder Kunstverein).

Fotografien auf Büttenpapier, gerahmt 140x90cm
Fotografien, gerahmt 50x70cm
Fotografien auf Aludibond, 140x90cm

Ausstellungen im Dortmunder Kunstverein und in der Kunsthalle Erfurt

Disappearance

GEORG KOLBE MUSEUM BERLIN 2005

Man ahnt die Körper in ihren Bildern mehr, als dass man sie erkennen kann. Ein gehobener Arm, ein vorgeschobener Schenkel, die Biegung des Rückens: In ihren Bildern der Ausstellung ‚Disappearance‘ sind davon nur Spuren wie ein fernes Echo geblieben.
Katrin Bettina Müller, Tip 2005

Die Kamera verwischt die menschlichen Objekte bis zum Verschwimmen der Kontur. Der Moment entleibt den Körper, lässt ihn Teil eines kalkuliert verfließenden Ganzen werden. Die unscharfen Körperränder verleihen den Fotos eine fast kosmische Dimension (…)
Volkmar Draeger, Neues Deutschland, 7. Juli 2005

Chris Kremberg setzt den klaren und sachlichen Bildideen, die in der zeitgenössischen Fotografie momentan in persona der Becher-Schüler vorzuherrschen scheinen, eine eigenständige und transitorische Leichtigkeit entgegen, die sich zwar rudimentär auf Reales bezieht, gleichzeitig aber einer emotionalisierten Uneindeutigkeit (Bild-)Raum gibt. Die Flüchtigkeit der Bewegung und des Tanzes wird eingefroren; das fotografische Bild scheint in der Lage zu sein, eine bewegte Sequenz in eine Momentaufnahme zu verdichten.
Dr. Matthias Harder, Kurator der Helmut Newton Stiftung am Museum für Fotografie Berlin

Disappearance 2005 Fotografien auf Aludibond, unter Acryl 180x120cm, 165x110cm

Ausstellungsansichten Georg Kolbe Museum Berlin

Verschwinden

GALERIE STUDIO 34, SALERNO / ITALIEN 2004/2005 UNTER SCHIRMHERRSCHAFT DES DEUTSCHEN KONSULATS UND MIT UNTERSTÜTZUNG DES GOETHE INSTITUTS NEAPEL
GALERIE H. QUINQUE-WESSELS, BERLIN 2004
TEILNAHME AN DER KUNSTMESSE BERLINER LISTE

Für die Ausstellung Verschwinden arbeitet Chris Kremberg mit den Zwischenmomenten von Bewegung, die das bloße Auge so nicht wahrnehmen kann. Es entstehen Bilder jenseits des Abbildhaften, die den Körper in fragiler Auflösung, raum- und heimatlos zeigen.

Kunst der Stille könnte man sie nennen; Ausdruck beinahe einer neuen Metaphysik, eines neuen Expressionismus: es sind Bilder, die vom langsamen, kaum merklichen Auflösungsprozess der Spuren des Körpers im Schein unseres Bewusstseins erzählen. (…) Chris Krembergs Fotografien zeigen den Körper, ohne definierten Raum, staatenlos, enthoben jeder genetischen und anthropologischen Identität, verloren in den Mäandern des Gedächtnisses. Nur in der Erinnerung wirklich, wird er zum Schatten seiner selbst, zu purer kreativer Energie. (…) Mit größter Emotionalität scheint diesen Bildern das Wesen des Körpers geradezu eingraviert worden zu sein.
Dr. G. Rago‚ Tracce in Dissolvenza‘ Corriere della Sera 2004

Verschwinden / o.T. 2004 Fotografien auf Aludibond, unter Acryl 110x165cm, 90x60cm

Ausstellung in der Galleria Studio34, Salerno/Italien 2004

Gelichter

AUSSTELLUNG UND PERFORMANCE IM CHRISTUS-PAVILLON DES KLOSTERS VOLKENRODA 2002,
IM THEATER AM HALLESCHEN UFER BERLIN 2003 UND IN DER SK STIFTUNG KULTUR KÖLN 2003

Der Marmor-Stahl-Glas Kubus des Architekten Meinhard von Gerkan wurde als Beitrag der Kirche zur
EXPO 2000 in Hannover errichtet und im Jahr 2001 im Kloster Volkenroda in Thüringen wieder aufgebaut.
In Auseinandersetzung mit dem lichtdurchlässigen Raum des Christus-Pavillons entstand diese Serie großformatiger Fotografien – ‚Gelichter‘ – sowie die Videoarbeiten ‚Gang‘ und ‚Körperreste‘.

Zur Finissage der Ausstellung am 13. September 2002 fand die eigens für diesen Raum entwickelte Tanzperformance ‚Ausmaß‘ von Chris Kremberg und Jana Troschke statt.

‚Aus der Tiefe dieser eigenwilligen Bilder mit ihren schatten- und schemenhaften, verschwimmenden und sich auflösenden Körpern und Gesichtern berührt den Betrachter in neuer und überraschender Weise das uralte Thema des homo absconditus, des in seinem Ringen um Sinn und Identität sich selbst verborgenen und rätselhaften Menschen. Diese Arbeiten sprechen von einer Fraglichkeit des Menschen, die ihn im Zeitalter moderner Technologien und virtueller Welten mit ungeahnter Brisanz bedrängt.’
Friedemann Felger

Gelichter / o.T. 2002 Fotografien auf Aludibond, unter Glanzfolie 180x120cm, 110x165cm

Ausstellung im Christus-Pavillon, Kloster Volkenroda 2002

‚Unter dem Eindruck eines aus vereinzelten Schlägen sich entwickelnden, immer dichter werdenden rhythmischen Percussionsgeflechts bewegt sich der Tanz zwischen harten, geometrisch ausgerichteten und ekstatischen Figuren und misst so die Beziehungen zwischen Mensch und Raum, aber auch zwischen Mensch und Mensch aus. Zum Schluß erstrahlen die Fotos, angeleuchtet von starken Spots, in völlig ungewohnter Brillanz und lassen letzte Wände zwischen Kunst und Betrachter fallen. Ein wirklich starker Auftritt. Viel Beifall, der war verdient.‘

Dieter Albrecht, Thüringer Allgemeine 2002

Performance zur Finnissage der Ausstellung von Chris Kremberg und Jana Troschke

Piktogramme des Körpers

ABGUSS-SAMMLUNG ANTIKER PLASTIK BERLIN 2002

Die Flüchtigkeit und das Unfassbare erfahren in den Bildern von Chris Kremberg einen poetischen und bewegten Ausdruck. Mit Mitteln der Fotografie, der Malerei und neuerdings auch der Videotechnik arbeitet sie an Bildern des Körpers, die sehr zart, verletzbar und äußerst transparent erscheinen. Sie gleichen eher Schatten, Spuren von Bewegungen, Energien, Geschwindigkeit und Temperaturen denn genau konturierten Figuren. Selbst der Raum, in dem sie sich formieren, hat sich aufgelöst in Licht und Helligkeit.’
Katrin Bettina Müller aus ‚Die Beständigkeit des Flüchtigen’ 2002

Piktogramme des Körpers, Fotoemulsion auf Leinwand, 45x45cm
Leibzeit, Fotoemulsion auf handgeschöpftem Goitia Papier, 50x40cm
o.T. 2000 Fotoemulsion, Pigmente, Papier auf Leinwand 50x40cm

Performance (Jana Troschke, Chris Kremberg) im Rahmen der Langen Nacht der Museen Berlin Februar 2002